Indiens Süden.

India?! Incredible!.

Uganda.

Der Diamant unter den Perlen.

Uganda.

Wunderbar wunderbar.

St. Petersburg.

Prunk und Protz für jedermann.

Kambodscha.

Jane!

Chile.

Frühstück an der Milchstrasse.

Kopenhagen.

Reise-Segen mit Zimtschnecke.

Das Schwarze Moor

Spannendes Ausflugsziel in der Rhön.

Khao Lak

Das Paradies!

Straßburg

Die würdige Hauptstadt des Elsass.

Hallig Südfall

Mit der Kutsche auf dem Meeresgrund zur Hallig.

Seoul

Sight Seeing by Night.

Pharisäer

Nordfriesland zuhause.

Süd-Polen

Härtetest für den Allerwertesten.

Breslau

Unter Zwergen.

Majdan

Waldbahn.

Varansi

Einen Wunsch frei.

Pantanal

Super Sumpf.

Amazonas

Baden mit Piranhas.

Holland

Eine Liebeserklärung.


SCHOTTISCHE Sünde


S c o n e s !
Kleine, bröckelige Milchbrötchen, die auf der Britischen Insel zum Cream Tea mit Doppelrahm und Marmelade genossen werden.
In Schottland habe ich mir fast jeden Tag so eine kleine Sünde gegönnt und bin der typische Britischen Delikatesse völlig verfallen.
Was liegt also näher, als zuhause die wenigen, einfachen Zutaten zusammen zu mischen und selber warme, duftende Scones zu fabrizieren?

Im Internet wimmelt es von Scones-Rezepten. Ich habe mir dieses hier ausgesucht: 400g Mehl, 60g Butter, 170ml Vollmilch, ein Pack Backpulver, 50g Zucker, eine Prise Salz und ein Eigelb zum Bestreichen.
Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermenge ich locker mit den Händen. Dann knete ich die wenige Butter unter. Jetzt nur noch Schluck für Schluck die Milch unterkneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche grob flachdrücken, bis er rund 2cm dick ist. Mit einem Förmchen, einem Glas oder einer Tasse die Scones Rohlinge ausstechen. Bei mir sind es genau zehn Stück geworden.
Mit Eigelb bepinseln und bei 180 Grad 15 bis 20 Minuten goldbraun backen.


Am allerbesten schmecken sie warm. Einfach und genial.

Clotted Cream ist in Deutschland leider nicht an jeder Ecke zu bekommen. Deswegen greife ich auf Sahnequark (der kann zwar "nur" mit 40% Fett punkten, ist mir aber lieber als Creme Double) zurück.
Einen Scone mit Hingabe auseinanderbrechen, Sahnequark aufstreichen und mit (Erdbeer-) Marmelade krönen.


Ob der Tee zwischenzeitlich fertig gezogen ist, ist völlig egal. Nicht warten. SOFORT genießen ... alles andere wäre eine Qual.

Cheers 'nd enjoy!

SCHOTTLAND: Ein Land lebt liebenswerte Klischees


Schottland assoziiere ich mit wildromantischen Steilklippen an die unermüdlich Meeresgischt klatscht, sattgrünen Wiesen auf denen Galloways freundlich in die Touristen-Kamera widerkäuen, düster mysteriösen Seen mit Wasserdrachen und hünenhaften Männern in karierten Röcken, die allesamt entweder Dudelsack spielen oder Baumstämme durch die Gegend werfen, um im Anschluss Whiskey als Grundnahrungsmittel zu sich zu nehmen.
Ob Schottland tatsächlich all diese Klischees bedient, oder ob ich mich von dem ein oder anderen Vorurteil trennen muss, will ich während einer Stippvisite im Norden des Vereinigten Königreichs herausfinden.

Völlig fokussiert darauf meine Klischee-Liste gedanklich abzuhaken, überrascht mich Schottland mit unerwarteten Highlights:


Gänsehaut in Edinburgh

„Ghost Tour“ wird an fast jeder Ecke in Edinburgh angepriesen. So wirklich kann ich mir nichts darunter vorstellen, bin aber wahnsinnig neugierig auf diese Art der Stadtführung, und halte ratzfatz ein Ticket für rund zwanzig Euro in meinen Händen.

Treffpunkt der Englischsprachigen Ghost-Tour, ist um 22 Uhr auf dem Platz vor der St. Giles Kathedrale. Eine junge Studentin, in mittelalterlichem Gewand stellt sich jedem einzelnen Tour-Teilnehmer als Martina aus Prag vor. Drei Amerikanerinnen erwähnen bei dieser Vorstellungsrunde, dass sie sich auf viel Spaß während der Tour freuen. Daraufhin schimpft Martina theatralisch ihren schwarzen Umhang schwenkend „Ich bin ein Geist. Ich bin nicht hier, um euch Spaß zu bereiten.“. Noch lacht die Gruppe.


Gemütlich setzen sich die rund zwanzig Personen aller Nationalitäten in Bewegung. Zuerst durch die kleinen, engen Gassen von Edinburgh. Martina erzählt auf einzigartig witzige und humorvolle Art und Weise etwas über das Leben im Mittelalter und geschichtliche Eckdaten in und um Edinburgh. Dabei bezieht sie immer wieder einzelne Teilnehmer der Gruppe mit in ihre anschaulichen Berichte mit ein. Es dauert keine zehn Minuten, da habe ich die ersten Lachtränen in den Augen stehen.

Irgendwann steigen wir dann gemeinsam in die Katakomben unter den Brückenpfeilern der Stadt hinab. Es ist dunkle, eng und kalt. Die niedrigen Räumchen sind kaum künstlich beleuchtet. Einzig die flackernde Kerze, die unser Tour-Guide (oder sollte ich sagen Tour-Geist) vor sich herträgt, erhellt den Weg und unsere Gesichter.

Martina beginnt die interessanten Berichte über die Entstehung und Verwendung dieser Katakomben mit Geschichten über paranormale Phänomene, die hier immer wieder beobachtet werden, zu vermischen. Die Gruppe wird immer stiller, die Anspannung ist deutlich zu spüren. Macht sie Spaß, oder meint sie das ernst? Wurden wirklich schon Fotos vom Geist gemacht, der den Besucher-Gruppen folgt, und auch immer mal einen kalten Windhauch über die Nacken haucht, um sich bemerkbar zu machen?


Realität und Fiktion vermischen sich. Geht es hier überhaupt um Fiktion, oder sind die schaurig gruseligen Geschichten über Geistererscheinungen in den Katakomben Wirklichkeit? Ich schmunzele zwar immer noch über die humorvolle Art und Weise der Erzählungen, bekomme aber einen Gänsehautschauer nach dem andere über den Rücken gejagt. Verdächtig oft, blicke ich über meine Schultern nach hinten und sehe zu, möglichst mit dem Rücken an der Wand zu stehen.

Ich bin ehrlich gesagt erleichtert, als die Tour nach zwei Stunden beendet ist, obwohl ich diese superlustige, spannend-gruselige Art der Stadtführung jederzeit wieder machen würde. Und genau aus diesem Grund möchte ich auch gar nicht mehr wissen, ob die Geistergeschichten wahr sind. Besser ist das.

Absolut empfehlenswert!


Tölpel, so weit das Auge sieht

"Bass Rock" klingt wie Musik in meinen Ohren. Dabei ist mit "Bass" in diesem Fall keine Gitarre, und mit "Rock" kein "Rock n Roll" gemeint.
Bass Rock ist ein Felsen vor der Küste vor North Berwick. Hier ist jeder Quadratzentimeter von nistenden Meeresvögeln besiedelt.

Mit einem kleinen Boot kann man vom Hafen aus eine kleine Rundfahrt um den Felsen buchen.
Spektakulär!


Schon von weitem schalten alle Sinne auf Vogelbeobachtung. Es riecht streng nach Vogeldung, die Geräuschkulisse ein einziges Gekrächze, Geschreie und Zetern. Je näher man kommt, um so unwirklicher erscheint das winzige Eiland. Vogel an Vogel wimmelt die Oberfläche vor Leben. Aktuell brüten wunderschöne Tölpel. Herrliche Tiere mit überdimensionierten Füßen, langen Schnäbeln und cremefarbenem Gefieder. Um die Augen eine filigrane Zeichnung.
Ich bin begeistert und zutiefst beeindruckt. Dieser Ausflug ist zwar nicht besonders abwechslungsreich, dafür aber unvergesslich.



Ein Pfiff sagt mehr als tausend Worte

Ein Ausflug zu einer „Hütehunde Vorführung“. Innerlich rolle ich die Augen, in Erwartung einer typischen Touristen-Show.

Als ich dann aber bei Nieselregen auf einer matschigen Wiese stehe, komme ich mir gar nicht vor wie auf einer touristischen Massenveranstaltung. Wir sind zwar rund dreißig Leute, die Mitten im Nirgendwo auf einer Weide stehen und hingerissen die zwölf Hütehunde und ihre sechs Welpen beobachten, aber es fühlt sich nicht nach Butterfahrt an.


Die Hütehunde überschlagen sich mit Unterwürfigkeits-Gesten, als der Schäfer die Szene betritt. Ein großer, hagerer Mann mit Cordhose und Karohemd. Er erklärt kurz und professionell ein paar Eckdaten zu den Tieren und wie lange die Ausbildung dauert. Dann lässt er Taten sprechen … äh … genau genommen wird ab jetzt nur noch gepfiffen. Per „Pfeifsprache“ instruiert der Schäfer einzelne Hunde eine kleine Herde Schafe zur interessierten Touristen-Schar zu treiben. Nach ein paar hohen Pfiffen aus dem Mundwinkel und einigen dumpferen Stakkatos auf vier Fingern, flitzt ein einzelner Hund pfeilschnell ans andere Ende der Weide und verschwindet hinter dem Horizont. Es dauert ein paar Minuten bis die ersten Schafköpfe am Horizont erscheinen. Die Touristen-Menge raunt. Tatsächlich, ein einzelner Hund hat ein paar Schafe zusammen getrieben, umkreist sie permanent und treibt sie so Meter für Meter zu uns hin. Der Schäfer scheint zufrieden. Er kniet nieder, gibt ein paar erneute Pfiff-Kommandos und zwei weitere Hunde schießen los, um ihr Rudelmitglied bei der Arbeit zu unterstützen.


Ich bin -ehrlich gesagt- sprachlos. Spätestens seit „Ein Schweinchen namens Babe“ weiß jeder welche Grund-Aufgaben ein Hütehund zu erledigen hat: Eine Herde zusammen treiben, einzelne Tiere aus der Herde separieren, die Schafe in ein Gatter laufen lassen. Dass das aber alles quasi nonverbal, durch Pfiffe kommandiert wird, beeindruckt mich noch mehr. Schäfer und Hunde kommunizieren nur durch Blicke, Handzeichen und diese ungewöhnliche Pfiffsprache. Ein grandioses Schauspiel.

Unbedingt anschauen!


Das Ding im See

Erneut in Erwartung einer typischen Touristen-Show nehme ich meinen Platz auf einem Boot ein. Ein Boot, ausgestattet mit Sonar. Ein Boot auf dem Loch Ness.


Das kleine Schiffchen legt ab, und jeder beobachtet gespannt die Bildschirme in den Ecken des Schiffdecks. Monochrom stellt sich hier der Bode des Sees dar.


Ein junger, sympathischer Mann stellt sich als Marc vor. Er erklärt humorvoll und kurzweilig die Entstehungsgeschichte und die geographischen und geologischen Besonderheiten des tiefen, kalten Sees, um den sich so viele Mythen ranken.

Nachdem Marc die Fakten zum See in spannende Anekdoten verpackt zum Besten gegeben hat, kommen wir endlich auf das zu sprechen, weswegen wir alle hier sind: Nessie!


Amüsiert schmunzelnd zählt der freundliche Guide diverse Theorien zum mutmaßlichen Seeungeheuer auf. Dann wird er plöltzlich ernst und leitet mit theatralischer Stimme die -seiner Meinung nach- wohl wahrscheinlichste Theorie zum Ungeheuer von Loch Ness ein: Eishaie! Riesige, eigentlich um Grönland lebende Fische, die vor der Eiszeit im See eingekesselt worden sein könnten, und sich im Laufe der Evolution von Salz- zu Süßwasser-Fischen entwickelt haben könnten.

Tja… vermutlich werden wir es nie erfahren.

Eine kommentierte Fahrt auf dem See lohnt sich auf jeden Fall. Spaßfaktor „zehn von zehn“.


Also gut:

Schottland hat alle Klischees, die ich im Kopf hatte bedient, aber dann auch irgendwie übertroffen.

Whiskey ist DAS Nationalgetränk und an jeder Ecke gibt es eine Whiskey-Destillerie.


Haggis schmeckt viel viel besser als man es sich gemeinhin vorstellt. Und an wenigen Orten dieser Welt habe ich so herrliche Patisserie und Desserts kosten dürfen.


Hühnenhafte Männer in karrierten Röcken sehen kein bisschen albern aus, sondern strahlen die typische (leicht erotische) Souveränität von Männern in Uniform aus.


Galloways und Schafe passen perfekt in die grandiose Landschaft der sanften grünen Hügel, die während meiner Reise von endlosen Flecken blühender, pinkfarbener Heide überzogen wurden.


Schottland ist wunderwunderwunderschön und sehenswert. Altertümliche Städte, pittoreske Fischerörtchen, gruselige Burgruinen, außergewöhnliches Essen, freundliche, humorvolle Menschen und beeindruckende Landschaften. Schottland hat es in meine persönliche Top 10 der Lieblings-Reiseziele geschafft.


MOSEL-Tal: Ein Wochenende zwischen TRIER und LUXEMBURG

Da stand ich schon vor einem kalbenden Gletscher in Chile, schwamm in Brasilien durch den Rio Negro, „entdeckte“ den Ursprung des Nils in Uganda und bin in Thailand fast von einem Elefanten gefallen. Und jetzt soll mich ein Wochenende an der Mosel mit Stadtführungen in Trier und Luxemburg begeistern?
Nä, oder?! Oder doch? Naja, vielleicht. Ganz sicher sogar!
Was hat mir in der Mosel-Region gefallen, und was haben Wein, Weib, Schleuse und ein Bänkelsänger damit zu tun? Komm‘ mit auf meinen Wochenendtrip:

Von Freitag Morgen bis Sonntag Mittag kann man einiges auf, an und um „Mutter Mosel“ unternehmen. Aus den mannigfachen Möglichkeiten habe ich mir diese hier heraus gepickt:


Bänkelsänger unter der Porta Nigra in Trier

Stadtführungen können viele Facetten haben. Man kann mit spannend kurzweiligen Führungen Glück, oder mit angestaubt langweiligen Pech haben. Ich hatte nicht nur Glück, sondern traf an der Tourist-Info, direkt vor der Porta Nigra einen Stadtführer, der die zweistündige Führung nicht nur kurzweilig, sondern auch noch humorvoll und feuchtfröhlich gestaltet. Der Stadtführer stellt sich der interessierten Touristengruppe als Andreas, seines Zeichens Bänkelsänger vor. Er steigt kurzerhand auf ein kleines Fußbänkchen aus Holz (man bemerke bitte dieses nette kleine Wortspiel), klampft mit seiner Laute, trällert ein Lied, und verbreitet dann die frohe Kunde der geschichtlichen Highlights rund um die Porta Nigra.


Enthusiastisch lauschend bewegt sich die kleine Stadtführung dann gemächlich Richtung Marktplatz. Andreas referiert über die Häuserfassaden, weist auf interessante Details hin, und kredenzt am Marktbrunnen angekommen ein Schlückchen Moselwein, das er aus einer Kühltasche zaubert. Er singt. Die Touries nippen.
Und so gelangen wir zum Trier Dom, und erfahren wissenswertes zum Heiligen Rock, der Reliquie, die dort aufbewahrt wird. Da es sich um Jesus‘ letztes Kleidungsstück handeln soll, scherzhaft (aber nicht blasphemisch) „das letzte Hemd“ genannt.
Diese Stadtführung durch Trier ist bestimmt nicht die lehrreichste an der ich jemals teilgenommen habe, aber eine der lustigsten und damit kurzweiligsten.

Mein Tipp für deinen nächsten Trier Besuch: Über die Tourist-Info „Führung mit dem Bänkelsänger - Ein liederlicher Stadtrundgang. Stadtrundgang durch Trier mit Gästeführung und Gesang in deutscher Sprache.“ buchen

Luxemburg und die Gemeinsamkeiten mit der Schweiz

Was haben Luxemburg und die Schweiz gemeinsam? Nein … falsch … nein … wieder falsch … was du auch immer denkst?! Es geht mir nicht um Steuer-Oasen-Wunderländer, nicht um die französische Sprache oder hohe Lebenshaltungskosten.
Schon einmal was von der Luxemburgischen Schweiz gehört?
Nein?
DANN wird es aber Zeit.


Ein Wander- und Kletterparadies gezeichnet von imposanten Sandsteinfels-Formationen und plätschernden Bachläufen, eingebettet in üppigen Wald. Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich die Luxemburgische Schweiz noch nie auf dem Radar. Für mich bestand das Großherzogtum bisher nur aus Luxemburg-Stadt. Dass da noch Landschaft (und dann auch noch so schöne) außen herum ist, kam mir nie in den Sinn. Im Gegensatz zur Natur drum herum ist Luxemburg-Stadt für meinen Geschmack nicht so wirklich sehenswert (Sorry liebe UNESCO, da sind wir uns in Sachen Weltkulturerbe mal uneins. Bei Luxemburgs Altstadt und Festung oute ich mich als Kulturbanause.)

Mein Tipp für deinen nächsten Luxemburg Besuch: Lieber in herrlicher Landschaft im Mullerthal spazieren und auf einem der Picknick-Plätzen vespern, als sich in der Stadt zu langweilen und mit Deutschem Einkommen Luxemburger Preise für einen durchschnittlichen Cappuccino zu bezahlen. Und nicht vergessen bei der Rückreise an der „Grenze“ vollzutanken.

Wein, Weib und Geschimpfe

Hach, das hätte so schön sein können. Aber wie sagt man so schön? Niemals die Rechnung ohne den Wirt machen!
Weinprobe. Sieben Euro. Au ja! Dafür bin ich schnell zu begeistern. Was soll ich da leugnen? Schließlich liegt im Weine Wahrheit.


Es haben sich doch einige Hotelgäste im benachbarten Winzerhof eingefunden. Bei näherem Hinsehen und Hinhören stelle ich fest, dass wir nur Frauen sind. Oh toll. Mädelsabend.
Der bewirtende Winzer sieht das anders. „Was nur Frauen? Da kann ich ja gar nicht alle Trinksprüche vorlesen.“ denkt er laut. „Wieso nicht? Zu versaut?“ fragt prompt jemand zurück. Und dann macht er den ersten Fehler „Nein. Die verstehen sie dann nicht.“ Aua! Die Stimmung fröstelt. Die ersten Weine werden ausgeschenkt und verköstigt. Die Erklärungen zu den Weinen sind tendenziell eher dürftig. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich hier um eine Weinprobe nur für „Weintrinker mit Vorkenntnissen“ ist. Die Stimmung plumpst auf den Boden des Wein-Fasses und schlägt ihn aus.
Als es dann -nach mehr als einer Stunde- zur Verkostung von Obstbränden kommt, keimt nochmals so etwas wie Test-Interesse auf. Als geneigte Damen spezielle Obstbrände nachfragen, die zwar auf dem ausgelegten Bestellzettel aufgeführt sind, jedoch nicht Bestandteil der Probe sind, erreicht der Spannungsbogen seinen Höhepunkt: Was wir uns denn einbilden? Für sieben Euro alle Schnäpse durchprobieren wollen? Das ginge ja mal gar nicht.
Nicht jeder Winzer mag ein marketing-technisch geschultes Verkaufsgenie sein. Muss er ja auch nicht. Hauptsache er kann lecker Wein machen. Aber zahlende Gäste so anzublaffen…?! Blöd, blöd, blöd. Der Umsatz verkauften Weins oder Obstbrands nach der Weinprobe fällt an diesem Abend eher dürftig aus.

Mein Tipp für deine nächste Weinprobe: Drum prüfe wer sich abends an einen Winzer bindet, ob sich nicht noch was besseres findet. Ernsthaft: Nicht auf das erstbeste, im Hotel ausgehängte Angebot einsteigen. Lieber auf Empfehlungen von anderen Reisenden hören. (Ausgerechnet vor dieser Weinprobe hatte ich weder Tripadvisor noch sonst ein Bewertungsportal befragt.)

Von Beilstein nach Cochem durchgeschleust

In Beilstein legt nicht nur ein Ausflugsdampfer Richtung Cochem ab. Das kleine verwinkelte Städtchen ist der perfekte Auslöser für "Tres jolie!"-, "Qué lindo!"- und "That's so cute and gorgeous!"-Rufe. Tatsächlich lasse ich mich auch zu einem "Boah ist daaas niedlich!" hinreißen. Beilstein ist ein bisschen wie das Kindchenschema von Rüdesheim. Hoch über den Fachwerkhäusern und kleinen Kopfsteinpflaster-Gässchen liegt die Burg Metternich. Von dort hat man bestimmt eine tolle Aussicht über die sich grazil windende Mosel und die frisch grünen Weinberge ringsumher, wenn man nicht vorher in der Burgschänke hängen bleibt und sich die Aussicht bei einer Erdbeerbowle noch schöner vorstellt, als sie in Wirklichkeit vermutlich ist.


Beschwingt von der Erdbeerbowle wanke (wegen dem "Wellengang") ich auf das wackelnde Ausflugsschiff, das zügig Richtung Cochem ablegt. Vorbei an faszinierend steilen Weinbergen fahren wir in eine Schleuse ein. In wenigen Minuten überwindet die MS Wieauchimmer sieben (in Ziffern 7!) Meter Höhenunterschied. Und schon kann die Fahrt weiter gehen bis Cochem. Was für ein Anblick. Romantische Postkartenidylle, eine Brücke, die sich dekorativ über die Mosel spannt, und leider auch eine beträchtliche Anzahl Hotelschiffe und Ausflugsbusse. Die Stadt ist sonntags brechend voll. Man kann im Gewimmel bummeln, man kann aber auch mit dem mitgebrachten Fahrrad oder dem öffentlichen Bus zurück nach Beilstein fahren, wo das Auto parkt.

Mein Tipp für deinen nächste Mosel-Dampfer-Ausflug: Einfach machen! Auf dem Deck eines Schiffs zu sitzen, das gemächlich über einen Fluss schippert, während vom strahlend blauen Himmel die Sonne hinunterlächelt. Den Gedanken freien Lauf lassen während die Augen sich versuchen an den geometrischen Muster der Weinstock-Reihen satt zu sehen. Würden wir mit Strom betrieben, dann entspräche dieser Zeitvertreib dem Einstöpseln des Ladegeräts.

Mein Fazit

Mutter Mosel hat ähnlich schöne Ecken zu bieten wie Vater Rhein. Mit vertretbarem Anfahrtsweg kann man kleine Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel nach Luxemburg oder Trier machen, oder sich einfach durch die pittoresken Weinörtchen treiben lassen.


Es gibt gutes Deutsches Essen (zu vertretbaren Preisen!), leckeren Wein und das unbezahlbare Gefühl „auf Urlaub“, aber doch irgendwie „zu Hause“ zu sein. Der nächste Wochenend-Trip darf dann auch gerne mal wieder Barcelona oder London sein. Aber für „zwischendurch“ baumelt meine Seele auch ganz gern mal an einer Weinrebe über der Mosel.

SPREEWALD: Detailverliebt.

Rechts und links von mir zieht der Wald vorbei. Es muss früh sein, denn über dem Wasser liegt gespenstischer Dunst. Ich sitze in einem Boot, und ein gesichtsloser Mensch mit dunklem Umhang stakt mich wie ein Venezianischer Gondoliere durch die märchenhaft mystische Landschaft. Plötzlich flattert ein aufgeschrecktes Rebhuhn laut kreischend aus dem Unterholz auf: „Rechts abbiegen. Das Ziel befindet sich auf der linken Seite.“ Ich zucke zusammen. Das Navigations-Gerät mit der Rebhuhn-Stimme beendet jäh meinen Tagtraum, und verkündet, dass ich angekommen sei. Endlich, Spreewald, hier bin ich!

Ich kann es kaum erwarten herauszufinden, ob meine Kahnfahrt durch den Spreewald tatsächlich so märchenhaft mystisch wird, und bin gespannt was mich noch so alles in den nächsten vier Tagen erwartet.



Erstmal akklimatisieren: Das Freilichtmuseum in Lehde.

Durch das Spreewalddorf Lehde zu bummeln hat etwas von Zeitreise. Beschauliche Gutshöfe, altertümlich anmutende Häuschen mit vorbildlich gepflegten Vorgärten und krüppeligen, steinalten Obstbäumen hinterm Haus. An jeder Ecke ein kleiner Hofladen, der Leinöl, Spreewaldgurken, Obstbrände, Honig, frisches Bauernbrot, Würstchen und allerlei regionale Köstlichkeiten zum sofortigen Verzehr oder als Souvenir anbietet. Viele der Einheimischen, die hauptsächlich vom Tourismus leben, laufen in der typisch Sorbischen/Wendischen Tracht (am auffälligsten bei den Frauen, die weiße Haube auf dem Kopf, die ein bisschen wie ein überdimensionaler Brautschleier aussieht) herum. Das macht die Illusion der Zeitreise perfekt.

Durch das Dörfchen Lehde ziehen sich Spree-Fließe und -Kanäle. Auf dem Weg zum Freilicht-Museum kann man beobachten, wie der Getränkehändler per Kahn die Bierfässer an die unzähligen Restaurants anliefert. Sogar eine Postbotin stakt mit einem gelben Post-Kahn von Haus zu Haus und verteilt so Post und Päckchen.


Das Freilichtmuseum, das wenige Euro Eintritt kostet, ist wirklich hübsch aufgemacht. Aber eigentlich bräuchte man gar nicht hinein gehen. Hinter der Kasse am Eingang setzt sich fort, was man vor der Kasse schon staunend bewundert hat. Allerdings kann man hier in die alten Bauernhäuser hinein gehen. Kann die kleinen Stuben mit dem alten Mobiliar erleben. In einigen Scheunen wird sogar gearbeitet: Holzkähne werden gezimmert oder Sorbische Trachten bestickt. Ein heimelig entspannender Anblick in Zeiten von Smartphone und Co. Und deshalb bin ich ja schließlich hier: Um ganz unspektakulär auszuspannen. Also Daumen hoch „I like!“.


Reisen bildet: Stadtführung in Lübbenau.

Ich stehe auf Stadtführungen. Echt! Und auch diesmal, in Lübbenau werde ich nicht enttäuscht.

Ein kleine Gruppe Touristen startet mit einer Stadtführerin an der Tourist-Info und spaziert schräg gegenüber in die Sankt-Nikolai-Kirche. Anschließend bietet sich der Märchenbrunnen direkt vor der Kirche zum Verweilen an. Schön, den Legenden und Märchen um die Ludkis (das sind die kleinen Spreewald-Zwerge) und dem Schlangenkönig zu lauschen. Auch die Sage um die Entstehung der Fließe im Spreewald ist wirklich nett (In a Nutshell: Der Teufel spannte zwei Ochsen zum Pflügen an. Die hatten keine Lust, gingen durch und zogen mit dem Pflug quasi unkontrolliert Furchen in den Boden. Dieses liefen mit Wasser voll. Voilà. Fertig war der Spreewald.).


Weiter am ehemaligen Gefängnis, und der Privatbrauerei „Babben-Bier“ vorbei, gelangen wir in das Schloss und den Schlosspark. Mit den historischen Daten und den geschichtlich relevanten Infos um die Grafen zu Lynar verabschiedet sich die Stadtführerin von uns.

Ein kurzweiliger, lehrreicher Zeitvertreib, den ich nur weiterempfehlen kann. Nochmal Daumen hoch „I like!“

Hoch zu Ross: Kremserfahrt in Alt Zauche

Meine Reise-Vorbereitungen im Internet haben ergeben, dass eine Kremserfahrt obligatorisch für einen Spreewald Besuch ist. Insgesamt 19 Teilnehmer kraxeln auf die große Kutsche, vor die zwei bildhübsche Schwarzwälder Kaltblüter gespannt sind. Wir sitzen alle mit dem Rücken zur Außenwand, an einem Tisch, der in der Mitte der Kutsche festgeschraubt ist. Es gibt kalte Getränke, kleine Fläschchen mit Schnäpschen und Kaffee aus Thermoskannen.

Gemütlich rollt das Fuhrwerk vom Ferien-Bauernhof. Auch auf freier Straße kläppern die Hufe der insgesamt acht Beine einen eher gemütlichen Takt. Der Kutscher, plaudert ein bisschen über die Gegend, Land und Leute und langsam entschleunigen die eigenen Gedanken auf das Tempo der dahintrottenden Pferde.


Nach einer Weile schwenkt das Gespann auf einen Feldweg und um uns herum erstrecken sich satte Wiesen und goldene Felder. „Brrrrrr“ wird gebremst und der spitzbübische Kutscher zaubert eine deftige Brotzeit aus diversen Kühltaschen. Leberwurstbrote, Spreewälder Salzgurken und geräucherte Knackwürste. Dazu ein Spreewaldbitter und Softdrinks oder ein Bierchen. Eine warme Brise weht durch den offenen Planwagen und trägt den würzigen Duft von Erde, Getreide und auch etwas Kuhdung mit sich. Zufrieden kaue ich auf meinem Bauernbrot.

„Doppel Like!“. Mach’s nach! Das Geschaukel einer solchen Fahrt zentriert Deine innere Mitte auf einen kleinen, festen, gechillt ausbalancierten Punkt.

Wird mein Tagtraum wahr? Kahnfahrt ab Alt Zauche

Kahnfahrten durch den Spreewald kann man tatsächlich mehr oder weniger überall in und um Lübbenau buchen. Die flachen Kähne der Spreewälder sind liebevoll mit Bänken und gedeckten Tischchen ausgestattet. Je näher man sich am Touristischen Zentrum, Lübbenau, auf ein solches -für Touristen ausstaffiertes- Gefährt begibt, um so -sagen wir- geschäftiger ist das Treiben drumherum, und um so dichter ist der Verkehr auf der Spree.


Ich möchte gerne die stille, natürliche Seite des Biosphärenreservats kennen lernen, und entscheide mich deshalb etwas abseits des Trubels loszuschippern. Meine Wahl fällt auf den Abfahrtsort Alt Zauche. Vom dortigen Hafen geht es am frühen Nachmittag zusammen mit fröhlich schnatternden Touries hinein in den Wald. Geräuschlos stakt unser „Fahrer“ und Guide, durch die schmalen Wasserwege. Mit jedem Meter, den wir gut machen, ebbt das Gemurmel etwas ab. Bis schließlich alle Kahn-Gäste bedächtig schweigen und nur noch Singvögel und Spechte zu hören sind. Da! Das war doch sogar ein Kuckuck.


Mal abgesehen davon, dass der Kahnfahrer keinen dunklen Umhang trägt, ähnelt die ganze Situation doch schon sehr meinem Tagtraum. Mystischer Märchenwald. Wie herrlich. Nach zweimal links und einmal rechts abbiegen habe ich die Orientierung verloren. Immer tiefer windet sich das Fließ in den Wald. Da huscht ein Eisvogel dicht übers Wasser. So, genau so habe ich es mir vorgestellt.

Nicht nur, dass ich diese Kahnfahrt jederzeit wieder machen würde. Nein, ich will gar nicht, dass es endet. Nicht nur einfach ein „I like!“, sondern ein „Once in a lifetime must do!“.


Geteilte Freude ist doppelte Freude

Fotografieren ist meine Leidenschaft.
Meine Fotos sind mir heilig.

Wenn sich meine Freunde mit mir über meine Fotos freuen, und sie sogar so schön finden, dass sie sie gerne in die Wohnung hängen, dann ist das für mich wie Ostern und Weihnachten zusammen.

Zwei besonders liebe Freundinnen haben jetzt „Dianesche Werke“ zuhause hängen, und ich bin stolz stolz stolz!






INDIEN: Masala Chai

Masala heißt Gewürz. Chai heißt Tee.
Masala Chai heißt gesunder Genuß ohne Reue.
In unseren Supermärkten kann man Masala Chai sogar in Teebeuteln kaufen. In einigen Teeläden kann man sogenannten losen Gewürztee erwerben. Aber nichts von dem kommt auch nur annähernd an das leckere Getränk heran, das man in Indien und Nepal serviert bekommt.
Hauptzutaten sind meistens Gelbwurz, Ingwer, Zimt, schwarzer Pfeffer, Nelken, Kardamom, Anis und Fenchel. Jede Region hat eine eigene Gewürzmischung. Im Gegensatz zu dem unwürdigen Abklatsch, den man in unseren Regionen zu kaufen bekommt, werden diese Zutaten zu feinem Pulver vermalen. Dieses Pulver kann man auf fast jedem Markt kaufen.


Zuhause mischt man dann starke schwarze lose Teeblätter mit dem Pulver (ich mische fünf Teelöffel Schwarztee mit einem Teelöffel Masala-Pulver). Diese Mischung koche ich mit einem Liter Wasser auf und füge rund 200ml Vollmilch dazu. Runter vom Herd, durch ein Sieb abgießen.
Besonders im Winter unglaublich wärmend und wohltuend.


INDIEN: Was bitte? Mukwhas bitte!

Mukwhas! Mit Zucker überzogene Fenchel- oder Anis-Samen mit diversen anderen Zutaten. Oft mit Rosenöl verfeinert. Als Digestif gekaut ein Genuss, der nebenbei verdauungsfördernd wirkt und einen angenehmen „Mundgeruch“ macht.


Schon bei meinem ersten Indien-Besuch war ich ganz begeistert von der kleinen Geschmacksexplosion um Mund, und habe mir Beutelweise Urlaub für zuhause in den Koffer gepackt.

Auf dem Markt bekommt man es lose, und in manchen Hotels abgepackt wie Zucker. Lecker ist es so oder so.




INDIEN: Incredible India! Indische Impressionen.